The Moon I Have Seen Before

MIRAN YANG

The Moon I Have Seen Before

Ausstellungseröffnung

Mittwoch, 23. Februar 2022 – 17:30 Uhr

Ausstellungsdauer

23. Februar bis 24. März 2022

Ausstellungsort

Neue Galerie des KVE
Hauptstr. 72, 91054 Erlangen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 15 -  18 Uhr,  Samstag 11 - 14 Uhr

Beachten Sie bitte die aktuelle 3G-Regel unnd halten Sie die entsprechenden Nachweise und ihren Ausweis bereit.


ARTIST STATEMENT                Miran Yang / 2020

Was wäre uns die Bedeutung des Monds, der im Nachthimmel scheint? Sollte man sich mal vorstellen, wie das Gesicht des Winds aussehen würde, der in der Tat unsichtbar ist? In der Welt existieren nicht nur Menschen, sondern auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und leblose Objekte nebeneinander. Ich möchte den Nichtmenschen, den Leblosen sowie den Naturphänomenen gewisse Menschlichkeit verleihen, um sie als lebendiges Wesen zu erkennen und wahrzunehmen. Animismus ist ein Urglaube, dass sowohl die Dinge der Natur wie die Sonne, der Mond, die Sterne und die Flüsse als auch die Naturphänomene wie das Feuer, der Wind, der Blitz, der Sturm und die Jahreszeiten beseelt sind. Dadurch werden diese als Besitzer der Geister betrachtet. Das Leblose am Himmel, der ein Teil der Natur ist, und die Naturereignisse wie der Mond, die Wolken, der Regen, der Regenbogen und der Wind werden im Rahmen meiner Arbeit auf der Basis der märchenhaften Fantasie anthropomorphisiert. Anthropomorphismus, der sich bei Märchen häufig verwenden lässt, projiziert menschliche Eigenschaften auf Abstraktes und Nichtmenschliches, damit diese als lebendige Objekte wahrgenommen werden. Verschiedene Dinge am Himmel werden zusammengetragen, um als ein einziges Gesicht ausgedrückt zu werden. Gleichzeitig wird dieses Gesicht als menschliches Wesen dargestellt, der die Gefühle und die Seele besitzt. Geister können wegen ihrer Unsichtbarkeit zwar als Nichtsein angenommen werden, aber man kann nicht sagen, dass sie nicht existieren. Diese Beschaffenheit von Geistern lässt uns an nichtmenschliche Wesen denken, die zwar auf dieser Welt existieren, aber leicht zu vergessen sind.

Menschen vergießen Tränen nicht nur, wenn sie traurig sind, sondern auch, wenn sie Freude, Wut, Glück, Bewegtheit und Frustration empfinden. Tränen sei zwar ein Symbol der Menschlichkeit, ich habe aber durch animistische Vorstellung Nichtmenschen und leblose Objekte mit Tränen vergießenden Gesichtern ausgedrückt, als wären sie das menschenähnliche Wesen mit Emotionen. Hierdurch soll die dichotomische Denkweise der Zweiteilung zwischen Menschen und dem Rest der Welt überwunden und diese als gleiche Objekte, die in Symbiose leben, erkannt werden.

Meine emotionalen und psychologischen Zustände entsprechend der Änderung des Wetters wirken sich auf den Farbton oder die Atmosphäre des Gemäldes aus. Im Arbeitsprozess werden oft intuitive Entscheidungen getroffen. Ich stelle mir beim weiten Himmel einen flachen gigantischen Raum vor wie die Arbeit Mark Rothkos. Und in diesem Raum stelle ich mir den kleinen Mond, die Wolken, den Regen, den Regenbogen und Tag und Nacht vor. Der Himmel wird mal zum surrealistischen Raum von Rene Magritte und das blaue Mondlicht in der Nacht und der graue europäische Himmel während des Tages gibt uns melancholische Gefühle. Tag und Nacht werden durch die hellen und dunklen Hintergründe, wobei das Raumgefühl am Himmel wird durch die Änderung des Hintergrundtons ausgedrückt.

Malerei ist für mich ein primitiver Akt, der die Welt des Unbewussten öffnet. Mit dem Interesse für die grundlegenden Elemente in Farben, Formen und malerischen Ausdrucksmethoden habe ich in einer authentischen Ausdrucksweise gearbeitet.