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Ingrid Riedl
Preisträgerin des Kunstpreises 2021
der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach

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Ausstellungseröffnung

Mittwoch, 30. Juni 2021 – 17:30 Uhr (geschlossene Gesellschaft, Preisverleihung)
ab 18:30 Uhr öffentliche Vernissage

Ausstellungsdauer

30. Juni bis 24. Juli 2021

Ausstellungsort

Neue Galerie des KVE
Hauptstr. 72, 91054 Erlangen

Preisverleihung / Eröffnung

Die Ausstellung wird am Mittwoch, den 30. Juni 2021 zwischen 17.30 und 20.30 Uhr eröffnet. Die Künstlerin wird anwesend sein. Aufgrund der aktuellen Situation findet die Preisverleihung mit Ingrid Riedl und dem Vorstandsvorsitzenden der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG Johannes Hofmann zwischen 17.30 und 18.30 Uhr als geschlossene Gesellschaft statt. Ab 18.30 Uhr ist die Eröffnung dann für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine Videoaufzeichnung finden Sie dann hier: https://www.youtube.com/watch?v=L7Qn42cIsSA

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr | Samstag 11 bis 14 Uhr
(vorbehaltlich aktueller CORONA-Vorschriften)


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Werke von Ingrid Riedl im Kunstverein Erlangen

Das Hinfällige, Vergängliche alles Kreatürlichen ist ein zentrales Thema im Werk der Malerin und Zeichnerin Ingrid Riedl. Das spiegelt sich nun auch in der Auswahl der vor allem graphischen Arbeiten, die der Kunstverein Erlangen (KVE) vom 30. Juni bis zum 24. Juli 2021 in seiner Neuen Galerie, Hauptstraße 72, präsentiert.

Wie so oft sind Ingrid Riedls mit feinem Strich festgehaltenen Ansichten von Mensch und Natur gleichsam Nahaufnahmen des Seins. Wobei sich diesmal die conditio humana nicht in Gesichtern gelebten Lebens ausdrückt, sondern in fast schon mikroskopisch nah betrachteten Hautpartien oder auch in Händen, die signalhaft vom Befinden unserer gerade gegenwärtig zutiefst verunsicherten Existenz berichten.

Diese Künstlerin ist dem inneren Wesen von Werden und Vergehen auf der Spur. Das zeigt sich auch sehr eindrucksvoll in den beiden Werkgruppen, die diese Ausstellung dominieren: Die Serie "Haut nah" und die jüngst entstandene Folge großformatiger Zeichnungen mit in sich zusammengesunkenen, am Ende ihrer Tage angekommenen ehemals kraftvollen Bäumen.

Ingrid Riedl, 1962 in Erlangen geboren, und seit vielen Jahren eine zwar eher stille, dafür aber umso beständigere Persönlichkeit der regionalen Kunstszene, ist mit "Haut nah" etwas Außergewöhnliches gelungen: Mit Akribie und Sorgfalt fixiert die Zeichnerin in Graphit auf Papier ihre Hautlandschaften.
"Die Assoziationen, die sich beim Blick auf diese in hundertfachen Schwarz-Weiß-Grau-Nuancen changierenden Ausschnitten der Epidermis dem Betrachter aufdrängen, sind vielgestaltig: Erkennen wir hier frappierende Ähnlichkeiten mit einer von Dünen durchzogenen Wüste, sind es dort an Baumborken und schrundige Rinden erinnernde Strukturen. Einmal gleichen die Hautfalten Pfaden in dunkle Höhlen, ein andermal liegen sie wie Pflanzenfasern eng verwachsen aneinander. Schließlich kommen einem auch Oberflächen wie die von Nüssen in den Sinn, oder eine Hautpartie lässt sogar an dicht geschichtete Wolkenbänder denken." (Katalogtext).

Nicht minder eindrucksvoll die besagten Baumbilder. Naturnah und doch dem bloßen Abbild entrückt be-zeichnen diese Ansichten das Lebensende früher einmal vital aufragender Baumwesen. Weide, Eiche und ein hölzerner Ikarus haben sich der Schwerkraft ergeben, kehren heim in die Erde, aus der sie erwuchsen. Das sind berührende und zugleich unsentimentale Moment- und Nahaufnahmen aus dem ewigen Kreislauf der Natur.

Die aktuelle Ausstellung des KVE in der Neuen Galerie kann freilich nur exemplarisch Ingrid Riedls umfangreiches Werk präsentieren. Die ganze Vielfalt im Schaffen dieser Malerin und Zeichnerin mag der interessierte Besucher obendrein in den aufliegenden Publikationen sowie auf der Homepage der Künstlerin (http://www.ingrid-riedl.de/) entdecken.

Videoaufzeichnung: https://www.youtube.com/watch?v=L7Qn42cIsSA