sight & sobering: sober up!

Goda Plaum

sight & sobering: sober up!

Ausstellungseröffnung

Mittwoch, 03. November 2021 – ab 18:30 Uhr
Hierbei gilt "3G plus" (geimpft, genesen oder PCR-getestet
Nachweise bitte mitbringen und vorzeigen!)
Die Künstlerin ist anwesend.

Ausstellungsdauer

3. bis 25. November 2021

Ausstellungsort

Neue Galerie des KVE
Hauptstr. 72, 91054 Erlangen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 14 Uhr

Einladungskarte (PDF - 243 KB) 

Zur Künstlerin:

Goda Plaum wurde 1977 in Konstanz geboren. Sie studierte Bildende Kunst und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg sowie Philosophie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Dort hat sich 2016 in Philosophie mit der bildtheoretischen Arbeit „Bildnerisches Denken. Eine Theorie der Bilderfahrung“ (Bielefeld, transcript Verlag 2016) promoviert. Nach ihrem Studium arbeitete sie außerdem neben ihrer künstlerischen Tätigkeit als Kunst- und Ethik-Lehrerin, als Universitätsdozentin und als Museumspädagogin. Seit Oktober 2020 ist sie Professorin in der Abteilung Kunst der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Ihre Werke befinden sich in mehreren öffentlichen Sammlungen, wie der Sammlung des Deutschen Bundestages, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie der Sammlung der Stadt Regensburg.

www.godaplaum.com

Zur künstlerischen Arbeit

„Im Werk von Goda Plaum lassen sich zwei verschiedene methodische Ansätze beobachten. Der eine ist der virtuose Umgang mit Farbe im Medium der Acrylmalerei, der zweite ist das Arbeiten mit vorgefundenen Materialien wie farbigem Papier oder bedruckten Stoffen. Jenseits dieser beiden Methoden gibt es jedoch noch eine andere, verdeckte Thematik, die ihre künstlerische mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit verbindet und amalgamiert. Erst in diesem Underground treffen wir auf die entscheidende Erkenntnisleistung der Künstler-Wissenschaftlerin. “  (Hans Dieter Huber: It’s night time in the big city. Die Bilder der Goda Plaum, in: Goda Plaum: sight & sobering, Waibling, 2020, S. 12)

Während ein philosophisch-wissenschaftlicher Zugang zur Welt in begrifflich klaren Konzepten und systematischen Strukturen mündet, formt sich eine ästhetisch-bildnerische Weltsicht zu Bildern. Diese verweben oftmals verschiedene Ebenen und gegensätzliche Ansichten miteinander und können damit ebenso lebendig und widersprüchlich sein, wie wir Menschen in unserem Alltag denken und handeln. Solche alltäglichen Konfrontationen mit der uns umgebenden Welt sind es, die die Künstlerin Goda Plaum bildnerisch interessieren. Da sind die visuell-sinnlichen Eindrücke auf unseren täglichen Wegen durch den Alltag in der Stadt, in der Arbeit oder im Feierabend, denen wir nicht entkommen. Sie langweilen und enttäuschen uns in ihrer täglichen Wiederholung, geben uns aber gerade dadurch ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit, unabhängig davon, ob wir sie schön oder hässlich finden oder beides. So bekommen diese visuell-sinnlichen Eindrücke unweigerlich eine Bedeutung für uns und formen unsere jeweils einzigartige Umwelt, von der wir uns ein Bild machen, als Teil unseres Weltbildes. Beim Komponieren eines Bildes mit Farben und Formen entsteht auch ein solches Bild von der Welt, das Hässliches zu Schönem und Langweiliges zu Vertrautem machen kann ‒ und umgekehrt. Bilder sind für Goda Plaum visualisierte Weltsichten, die solche begrifflichen Widersprüche in sich vereinen können. Sie verschlingen nicht nur rote, sondern verschiedenfarbige Fäden zu einem dichten Bedeutungsgewebe. (Vgl. Goda Plaum: Annäherung an die Kunst des Verwebens von roten und anderen Fäden, in: ders.: sight & sobering, Waibling, 2020, S. 24)