Malerei

Anna-Maria Kursawe

Malerei

Ausstellungseröffnung

Mittwoch, 05. September 2012 – 19 Uhr

Ausstellungsdauer

5. September bis 29. September 2012

Ausstellungsort

Neue Galerie des Kunstvereins Erlangen
Hauptstr. 72, 91054 Erlangen

Begrüßung

Gunhild Schweizer, 1. Vorsitzende des KVE

Einführung

Vanessa Krout M.A.

Öffnungszeiten

Dienstag, Mittwoch, Freitag 15 bis 18 Uhr
Donnerstag 15 bis 19 Uhr
Samstag 11 bis 14 Uhr
Sonntag, Montag geschlossen

Der Kunstverein Erlangen e.V. lädt Sie und Ihre Freunde herzlich ein zur Eröffnung und zum Besuch der Ausstellung.


Einführung

Ich freue mich sehr, dass ich heute abend die Einführungsrede bei der Ausstellung von Anna-Maria Kursawe halten darf.

Bevor ich kurz auf ihr Werk eingehe, einige biografische Informationen über Anna-Maria Kursawe: Mehr Informationen finden Sie auf der ausliegenden Vita und auf ihrer Website www.a-mk.net .

Von 1993 bis 1995 studierte sie Architektur an der TU Berlin. Im Anschluss, bis 2005, studierte sie Kunst – zuerst an der Hochschule für Kunst und Design in Halle (Burg Giebichenstein) bei Professor Christine Triebsch und danach an der Universität der Künste in Berlin bei Professor Bernd Koberling und Professor Harro Jacob. Bei Professor Koberling war sie Meisterschülerin.

Seit 2002 präsentiert sie ihre Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen. Die gebürtige Brandenburgerin lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Nürnberg. 2011 wurde sie mit dem Kunstpreis der VR-Bank Erlangen für ihre künstlerische Leistung ausgezeichnet.

Anna-Maria Kursawe beschäftigt sich in ihrem Werk mit Orten, mit Architekturen, Gestalten und Räumlichkeiten. Im Vordergrund steht die Frage nach der Darstellbarkeit von Raum und Zeit in der Malerei. Anna-Maria Kursawe erschafft verschiedenartige Räume: Konkret erlebte Räume – teilweise verfremdet wiedergegeben; Fantasieräume, die mit ihrer unterkühlten und manchmal unheimlichen Ästhetik an Architekturmodelle oder Verlassenes erinnern; belebte Räume, aber meistens menschenleere. Die Titel der hier ausgestellten Werke machen es unverkennbar: Haus am Meer, Berlin – Marzahn, Haldenlandschaft, Aufschüttung, Transitraum, Horizontraum, Raumdehnung, Gebautes.

Anna-Maria Kursawes Bilder zeigen Orte, die nicht klassischerweise schön sind. Durch das bewusste Setzen des Bildausschnittes, durch den Einsatz von Farbe, Licht und Proportionen nähern sie sich klassischen Landschaftsdarstellungen an. Anna-Maria Kursawes landschaftlicher Blick wird häufig durch Elemente im Bildvordergrund – ein Stuhl oder ein angeschnittener Fensterrahmen – vermittelt. Sie führen den Betrachter auch in den Bildraum hinein. Wie Stefanie Hennecke schreibt: „Auf diese Weise unterstreicht die Künstlerin, dass ihre Bilder einer ästhetischen Landschaft erst durch die bewusste Collagierung aus Elementen, die wir normalerweise dem gestalterisch Misslungenen zuordnen würden, entstehen: aus Gewerbebauten, Straßenunterführungen oder Betonbauten an der spanischen Küstenlandschaft.“ Sie verleiht diesen Orten ihre eigene poetische Farbigkeit, was insbesondere bei den Eitempera-Gemälden eine wunderbare durchscheinende Helligkeit erzeugt. Diese Farbe, eine Verbindung aus Malmittel und Pigmenten, wird von der Künstlerin in dünnen, lasurartigen Schichten auf den Bildträger aus Nessel aufgetragen. Ein langwieriger Malprozess, der mit der Flüchtigkeit des Dargestellten zu kontrastieren scheint.

Ob Anna-Maria Kursawe mit Eitempera auf Nessel malt, mit Acryl auf Leinwand, oder mit Acryl auf MDF-Platten, die Thematik bleibt immer der Raum und der Versuch, den Raum oder seinen Eindruck bildlich festzuhalten. Seit kurzer Zeit arbeitet die Künstlerin auch mit Siebdruck. Drei neue Siebdrucke sehen Sie in der Ausstellung, Transitraum I, II und III. In diesen Werken führt die Beschäftigung mit dem Raum die Künstlerin stärker in die Abstraktion als bisher. Die einzelnen Bildelemente sind viel stärker aus dem Bereich des Gegenständlichen, realistisch Scheinenden herausgelöst als in ihrer Malerei.

Der moderne Betrachter ist es gewohnt, seine Umgebung eher auszublenden. Vor allem diese genannten Orte, deren Anonymität und Eintönigkeit nicht zu einem längeren Aufenthalt einladen. Wie Kurt Jauslin schreibt, „Die Eigenständigkeit und Neuheit ihrer Konzeption von Landschaft besteht wesentlich darin, dass sie in dieser desorientierten Wirklichkeit die Schönheit der Bilder wieder entdeckt.“ Anna-Maria Kursawe sorgt mit ihrem künstlerischen Blick dafür, dass uns als Betrachtern die Ästhetik des Alltäglichen nicht verborgen bleibt.

Vanessa Krout, M.A.


Presse-Echo

Erlanger Nachrichten:

http://www.nordbayern.de/region/erlangen/tektonik-und-flachen-1.2339702/kommentare-7.1560362