Ausstellung


Thomas P. Kausel

      Was ist das 
 blaueste Blau? 

Arbeiten auf Papier, Leinwand und Holz


Farbakkorde, 2006, Öl auf Bütten auf Holz

Der Kunstverein Erlangen e.V.
und der Künstler laden herzlich ein zur
 
Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 29. Juni 2006, 19 Uhr
Neue Galerie des KVE
 
Begrüßung
Heinz-Uwe Fischer
1. Vorsitzender des KVE
 
Einführung
Hannelore Heil-Vestner
 
Ausstellungsdauer
29.06. bis 21.07.2006
 
Neue Galerie des KVE
Hauptstraße 72,  91054 Erlangen,
Tel. 09131/26867, Fax 09131/28110
 
Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr  15 - 18 Uhr
Do  15 - 19 Uhr
Sa  10 - 14 Uhr

Sonderöffnungszeit zum Tag der offenen Galerie: So, 25.06.2006, 11 - 17 Uhr


Thomas P. Kausel lädt ein zum kostenlosen Workshop/Malkurs für Erwachsene und Kinder am 15. Juli 2006 von 10 - 14 Uhr im Kunstverein Erlangen. Um Anmeldung wird gebeten.

Achtung! Der Workshop wurde abgesagt!


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Pressetext - Kurzfassung
Ausstellung von Thomas P. Kausel:
"Was ist das blaueste Blau? - Die Kraft der reinen, ungemischten Farbe".

Bei Kausel’s "Konkreter Malerei" dreht sich alles um Darstellung von Farb-Substanz (sie besteht aus Pigment und Bindemittel), ihre Gesetzmäßigkeiten und ihre optische Wirkung.

Kausel zeigt in seinen Arbeiten durchwegs reine, ungemischte Pigmente, um beim Betrachter starke optische Sinneseindrücke hervorzurufen, um das Äußerste an Farbintensität zu erreichen. Denn andererseits: Mischen macht die Farbe trübe, verringert die "Buntheit".

Kausel schreibt oft auch den – weltweit verbindlichen – Namen des jeweils präsentierten Pigments auf die Bildfläche. So ist z.B. PB 28 der internationale Code für das Pigment Kobalt-Blau.

Bei mehrfarbigen Bildern wählt Kausel die Farben nicht intuitiv aus, sondern folgt dem sogenannten "Colour Index", - dann gehören alle Pigmente auf der Bildfläche zu der selben chemischen "Klasse" und erzeugen oft ungewohnte "Farb-Akkorde".

Diese Symbiose von Kunst und Wissenschaft erzeugt Malerei, in die sich der Betrachter versenken kann, deren in den Raum strahlende Farbe ästhetischen Genuss verschafft, Gefühle weckt und auch Assoziationen.

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Pressetext - Langfassung
Ausstellung von Thomas P. Kausel:
"Was ist das blaueste Blau? - Die Kraft der reinen, ungemischten Farbe".

Kausels Arbeiten gehören zur Konkreten Malerei. Zum Unterschied von Gegenständlicher Malerei und Abstrakter Malerei (die Natureindrücke durch Reduzieren verformt), bildet Konkrete Malerei nichts ab, sondern die Gestaltungselemente Raum, Wand, Bildfläche, Farbfläche, Linie und Punkt bedeuten "nur" sich selbst. Kausels Arbeit ist gekennzeichnet durch drei Besonderheiten: 1. ungemischte Farben, 2. gemalte Namen der Pigmente, 3. die Farben im Bild sind stofflich miteinander verwandt.

1. Ungemischte Farben: um die Wirkung seiner Malerei auf den Betrachter höchstmöglich steigern zu können, erforscht Kausel mit wissenschaftlicher Neugier die Grundlagen von Malerei: Bildträger und die aufgebrachten Farb-Schichten. Bei Kausel dreht es sich wesentlich um Darstellung von Farbe in ihrer Urbedeutung als Substanz. Dabei dient sie ihm nicht als Material, als Mittel zum Zweck, sondern sie selbst ist das Thema. Was ist Farbe als chemische Substanz, wie funktioniert sie und welches sind ihre optischen Wirkungen? Farbsubstanz besteht aus wenigstens zwei Bestandteilen: Pigment (farbige kleine Kristalle)und Bindemittel wie Leinöl, Acrylharz etc. Um das Äußerste an optischer Intensität zu erreichen, arbeitet Kausel nur mit reinen, d.h. ungemischten, Pigmenten. Dies bedeutet eine weitere Reduzierung innerhalb der Konkreten Malerei, und: Mischen macht die Farbe trübe, verringert die Farb-Sättigung (oder "Buntheit"). Auf der "Bühne" von Holz, Papier und Leinwand stellen sich die Farbsubstanzen dar (Kausel sieht sich hierbei als "Spielleiter"). Knitterfalten, durch Schleifen verletzte Papierfasern, unterschiedliche Malgründe und Grundierungen, Oberflächen und Strukturierungen variieren das Erscheinungsbild der dicken und dünnen, stumpfen und glänzenden Farbschichten. Pigmente sollen möglichst lichtecht sein. Solche gibt es nur ca. 150 verschiedene: 15 Blau, 8 Schwarz, 10 Braun, 16 Grün, 12 Orange, ca. 30 Rot, 9 Violett, 17 Weiß und 32 Gelb – alle anderen Farben müssen ermischt werden.

2. Namen der Pigmente: Oft sind Worte und Zahlen, Codes wie z.B. "Yellow 65", wie aufgedruckt zu sehen; es sind die weltweit verbindlichen Namen des jeweiligen dargestellten Pigments gemäß dem "Colour-Index" – dieser katalogisiert seit 1970 die Farbmittel (nicht nach ihrem Aussehen, nicht wie gewohnt nach den Spektralfarben, sondern) nach der chemischen Struktur. So genießen wir die sinn-liche Qualität der Farbe und erfahren gleichzeitig etwas über ihren Aufbau und ihre Gesetzmäßigkeiten. Prof. Eugen Gomringer, der berühmte "Konkrete" sagt: Kausel zwingt Maler zu wissen, was sie tun und Betrachter zu wissen, was sie sehen.

3. Stoffliche Gleichartigkeit: neu ist auch Kausels Vorgehensweise, wenn er bei mehrfarbigen Bildern die Farben nicht spontan und intuitiv auswählt, sondern dem Colour Index folgt, der damit Grundlage für sein Schaffen ist: wenn alle Pigmente auf der Bild-Fläche derselben chemischen "Klasse" angehören, so entstehen oft gänzlich ungewohnte Farb-Akkorde.

Schon immer war es ein Ideal der "Konkreten", Wissenschaft mit Kunst zu verbinden. So kann sich hier der Betrachter in Malerei versenken, die "Kopf und Bauch" versöhnt, deren in den Raum strahlende Farbe ästhetischen Genuss verschafft, Gefühle weckt und auch Assoziationen.

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Zu Person und Wirken

Thomas P. Kausel,
geboren 1937 in Berlin, lebt in München, arbeitete als Fotograf und Kameramann, studierte Malerei bei Prof.Vedova, Chia, Dias, Birkas, G. K. Pfahler und war Meisterschüler bei Hermann Nitsch.
 
Einzelausstellungen (Auswahl):
Kunstverein Augsburg,
Goethe-Institut Casablanca, Washington, Helsinki, Mexico D.F., Kalkutta,
Thai-Deutsche Kulturstiftung Bangkok,
Botschaft der BRD London und Den Haag,
Kunstverein Siegen,
Kunsthaus Rehau/Archiv Gomringer,
Forum konkrete Kunst Erfurt,
Museo Linares Chile,
Galerie Vromans Amsterdam,
Kunstverein Hof,
Museum für konkrete Kunst (Szenenwechsel) Ingolstadt,
Kunstverein Unna,
Museum Modern Art Hünfeld,
Städtische Galerie Sohle 1 Bergkamen,
Steiermärkischer Kunstverein Graz,
Kunstverein Salzgitter.
 
Vorträge und Workshops in:
Jordanien,
Izmir,
Deutsches Farbenzentrum Berlin,
Bauhaus Archiv Berlin,
Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen und
Städt. Galerie Limburg.

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Aktualisiert am 11.07.2006